Am 8. März ist Internationaler Frauentag, Anlass, Frauen im Sport mehr als in den Printmedien meist üblichen 10 Prozent Raum zu widmen.

Beispielhaft werden hier eine Frau und ein Mann vorgestellt, die Frauensport unterstützt haben, in chronologischer Reihenfolge: Arno Kunath und Gisela Bentz. Über beide ist noch mehr zu erfahren u.a. im www.bremer-frauenmuseum.de.

Arno Kunath

Arno Kunath (1864 – 1936) war von 1890 bis 1906 Vereinsturnlehrer im Allgemeinen Bremer Turnverein von 1860 (ABTV), heute Bremen 1860. Im Jahre 1892 richtete er dort eine Turnstunde ausschließlich für Frauen ein. „Sport schickt sich nicht für Frauen“, war damals die gesellschaftliche Meinung. Daher gab es Widerstände für Frauensport zu überwinden. So wurde auch dem von Kunath vorgeschlagenen Vereinsstatut, das den Frauen gleiche Rechte im Verein einräumen sollte, erst zwanzig Jahre später zugestimmt.

Eine ältere Frau steht neben einer steinernen Gedenktafel mit deutschem Text und Relief, an der Wand daneben sind zwei sportliche Strichmännchen angebracht.

Doch Arno Kunath setzte sich engagiert dafür ein, dass sportinteressierte Mädchen und Frauen im Verein aktiv sein konnten, was bisher undenkbar gewesen war. Er gründete in Bremen die erste Damenriege, der sofort 54 sportbegeisterte Damen beitraten. Er verfasste Schriften mit Übungsspielen für das Geräteturnen von Frauen- und Mädchen und veranstaltete 1894 ein Schauturnen der Frauen- und Mädchenabteilung, zu dem zahlreiche Vereine aus Bremen und umliegenden Städten eingeladen waren.

Die Platte seines Grabes vom Riensberger Friedhof steht heute als Gedenktafel bei Bremen 1860, eingerahmt durch die von ihm erdachten Sport-Piktogramme und ergänzt durch eine Vitrine mit Kunath-Erinnerungsstücken.

Foto: Regina Contzen

Gisela Bentz

Eine ältere Frau mit weißem Haar, Brille und einem hellen Pullover sitzt lächelnd in einem Haus. Sie trägt eine Perlenkette.

Gisela Bentz (1920 – 2011) war eine Vorreiterin, Vordenkerin, Initiatorin. Sie war Lehrerin, Professorin, Wissenschaftlerin, Sportlerin, ehrenamtlich aktiv u.a. als Vizepräsidentin des LSB Bremen und bis ins hohe Alter als Übungsleiterin. Sie stand dem Bildungswerk des LSB vor, stand für Gleichberechtigung von Frauen, für Gesundheitssport. Sport in der Krebsnachsorge – das war ihre Idee.

Gisela trat nicht als Frauenrechtlerin auf, wirkte jedoch durch ihr Schaffen, ihre Inhalte als eine solche. Das Thema Gleichberechtigung war für sie eine Querschnittsaufgabe. Schon 1991 gab es eine Ausgabe des Bremer Sport zum Thema Frauen.

Für ihr Lebenswerk ist sie mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet worden, u.a. mit einer Ehrentafel im Bürgerpark am Spiele-Treff.

Ende der 1950er Jahre war sie eine der Entwicklerinnen erster Konzepte für den Breitensport, wie es heute heißt. Über 10 Jahre war sie Vorsitzende des Ausschusses Breiten- und Freizeitsport des LSB Bremen und entwickelte in dieser Phase 1980 den Spieltreff im Bürgerpark.

Im Laufe der Jahre hat sie immer wieder etwas Neues probiert, hat die entsprechenden Fortbildungen dafür konzipiert. So hat sie den Spiele-Treff über 40 Jahre lebendig und attraktiv gehalten.

Sie hat das KSB-Ferienprogramm auf die Beine gestellt, was bis heute erhalten ist. Wenn sie etwas durchsetzen wollte, dann blieb sie am Ball. Dabei war sie in der Diskussion nie belehrend, sondern überzeugend, vor allem als Person. Von ihr wurde immer mit großem Respekt gesprochen, Respekt vor ihrem Wissen, ihrem Können, von ihrer Arbeit.

Text: Inge Voigt-Köhler

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