Vorgehen im Verdachtsfall

Richtig handeln im Verdachtsfall

Wenn ein Verdacht auf sexualisierte Gewalt auftaucht, ist es wichtig, überlegt und transparent zu handeln. . Der Interventionsleitfaden des Landessportbundes Bremen bietet klare Orientierung: Was ist zu tun? Wer hilft? Und wie kann Schutz und Aufklärung verantwortungsvoll gelingen? Gemeinsam für einen sicheren Sport – mit Haltung, Respekt und klaren Abläufen.

Eine Gruppe von Menschen reicht sich in einem hell erleuchteten Raum die Hände und gibt sich die Hand.

Sicherheit braucht Struktur

Ein Verdacht auf sexualisierte Gewalt ist eine emotionale Ausnahmesituation – oft überfordernd und schwer einzuordnen.
Klare Strukturen geben hier Sicherheit: Niemand darf allein über die Einschätzung eines Verdachts und das weitere Vorgehen entscheiden. Der Interventionsleitfaden hilft Trainer:innen, Betreuer:innen, Vereinsverantwortlichen und auch Sportler:innen, die richtigen Schritte einzuleiten – verantwortungsvoll, transparent und mit fachlicher Unterstützung.

Du bist betroffen oder hast ein schlechtes Gefühl?

Niemand muss mit so einer Situation allein bleiben. Hier gibt’s vertrauliche Anlaufstellen und Unterstützung – auf Wunsch anonym und kostenlos.

Schritt für Schritt handeln

So läuft eine verantwortungsvolle Intervention ab:

Ernst nehmen und ruhig bleiben

Jeder Hinweis zählt – Aussagen von Betroffenen oder Beobachtungen sind unbedingt ernst zu nehmen.

Schutz sicherstellen

Die Sicherheit der betroffenen Person hat Vorrang. Kontakt zur beschuldigten Person vermeiden.

Dokumentieren und informieren

Alles Wichtige vertraulich festhalten. Innerhalb des Vereins festlegen, wer informiert wird (z. B. Vertrauensperson, Vorstand).

Fachliche Unterstützung holen

Niemand muss alleine handeln. Unterstützung gibt’s bei der Anlaufstelle des LSB Bremen oder externen Beratungsstellen.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Intervention ist Teamarbeit. Nur gemeinsam können Vereine sicherstellen, dass Betroffene geschützt und Vorfälle aufgearbeitet werden.

Nachsorge und Unterstützung anbieten

Auch nach einem Vorfall brauchen Betroffene und Beteiligte Begleitung und Raum für Aufarbeitung.

Grundsätze für sicheres Handeln

Diese Prinzipien gelten immer

Kein Verdacht wird ignoriert.

Betroffene werden geschützt – nicht befragt oder unter Druck gesetzt.

Entscheidungen werden nie allein getroffen.

Dokumentation und Transparenz sind Pflicht.

Schutz steht über Vereinsinteressen.

Diese Grundsätze geben Sicherheit – für alle Beteiligten.

Mehr zum Thema

Der Interventionsleitfaden ist wichtiger Bestandteil eines umfassenden Schutzkonzepts. Ergänzende Materialien und Regelwerke helfen, Schutz dauerhaft im Vereinsalltag zu verankern:

Du bist betroffen oder unsicher, ob etwas nicht stimmt?

Niemand muss mit einem schlechten Gefühl oder einer belastenden Erfahrung allein bleiben. Wenn du sexualisierte Gewalt erlebt hast – oder dir etwas passiert ist, das sich nicht richtig anfühlt – gibt es Menschen, die zuhören, unterstützen und wenn du möchtest, gemeinsam mit dir weitere Schritte gehen. Ob betroffene Person, Angehörige:r, Trainer:in, Vorstand oder Mitglied – jede:r darf und soll sich Hilfe holen.

Logo des Landessportbundes Bremen mit der Aufschrift "Sport vereint!" und einer roten geschwungenen Linie darunter.

LSB-Anlaufstelle

Fachliche Erstberatung, Begleitung im Verdachtsfall und Unterstützung bei der Entwicklung von Schutzkonzepten.

Safe Sport

Safe Sport – Unabhängige Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt im Sport

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

Wichtig: Du musst keine Beweise haben, um über das zu sprechen, was passiert ist. Jede Person verdient Schutz und Gehör.

Fragen, Unsicherheiten oder akuter Handlungsbedarf?

Der Landessportbund Bremen steht mit Fachberatung, Schulungsangeboten und Unterstützungsnetzwerken zur Seite.

Lisa Gleis mit glattem kastanienbraunem Haar und Pony, die einen schwarzen Blazer über einem weißen Hemd mit Kragen trägt, posiert vor einem hellvioletten Hintergrund.

Lisa Gleis

Fachkraft mit dem Schwerpunkt „Prävention vor sexualisierter Gewalt“

Telefon: 0421 792 87 21
E-Mail: l.gleis@lsb-bremen.de