Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport

Sicher coachen, fair handeln

Im Sport zählen Vertrauen, Teamgeist und Nähe – und genau hier beginnt Verantwortung. Der Landessportbund Bremen (LSB) unterstützt Vereine und Verbände dabei, sichere Strukturen zu schaffen und Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Ziel ist eine Sportkultur, in der Respekt, Achtsamkeit und Schutz selbstverständlich sind.

Ein Sportlehrer mit einem Klemmbrett und einer Stoppuhr steht in einer Sporthalle, während im Hintergrund eine Gruppe von Schülern auf einer Bank sitzt.

Warum du aufmerksam sein solltest

Im Sport entsteht ein besonderes Geflecht von Beziehungen: Du arbeitest mit Menschen unterschiedlichen Alters, oft auch mit Kindern und Jugendlichen, baust Nähe auf und übernimmst eine Vertrauensposition. Genau dort, wo Nähe, Abhängigkeit und Machtgefälle aufeinandertreffen, wächst das Risiko für Übergriffe – körperlicher, verbaler, psychischer und sexualisierter Art.

Deshalb geht es nicht nur um eine angemessene Reaktion im Fall des eines Verdachts – sondern vor allem um Prävention: Bewusstsein schaffen, klare Regeln etablieren, Schutzkonzepte leben.

Was du tun kannst

Zeig Haltung, kenn deine Rolle und steh für deine Werte ein:

Sichtbar sein & Haltung zeigen

Deine Haltung als Übungsleiter:in zählt. Sprich offen über Grenzen, besprich mit deinem Team, welches Verhalten in Ordnung ist und welches nicht.

Vorbild sein

Lebe grenzachtendes Verhalten vor und greife ein, wenn es innerhalb deines Teams zu Grenzverletzungen und Gewalt kommt.

Schutzkonzepte mittragen

Dein Verein sollte ein schriftliches Schutzkonzept haben – begleite die Umsetzung, stehe für Fragen bereit und setze Regelungen konsequent um.

Schulungen nutzen

Der LSB Bremen bietet dir gezielte Schulungen zur Sensibilisierung im Themenfeld. Damit stärkst du deine Kompetenz, Hinweise zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Im Verdachtsfall handeln

Du erkennst auffällige Verhaltensweisen oder wirst darauf aufmerksam gemacht? Sprich es an! Nutze dafür festgelegte Meldewege und leite den Verdacht an die richtige Stelle weiter. Hole dir Unterstützung bei einer Ansprechstelle, das kann zum Beispiel eine Ansprechperson in deinem Verein oder eine externe Beratungsstelle sein. Der Schutz von Betroffenen hat immer Vorrang! Angemessen handeln heißt, Verantwortung wahrnehmen – nicht wegsehen.

Gibt es klare Abläufe bei Verdacht auf Grenzverletzungen und Gewalt?

Ein fester Interventionsplan sorgt dafür, dass im Verdachtsfall richtig gehandelt wird.

Wird das Thema aktiv in der Vereinskommunikation behandelt?

Offen über Schutz und Prävention zu sprechen, stärkt Vertrauen und zeigt: Im Verein wird hingesehen.

Dein Gewinn – für dich & deinen Verein

Wenn du dich aktiv für den Schutz vor sexualisierter Gewalt engagierst, schaffst du ein Umfeld, in dem sich alle Mitglieder – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sicher fühlen. Das stärkt nicht nur Vertrauen und Gemeinschaft im Verein, sondern schützt auch deine Arbeit und deine Rolle als Übungsleiter:in. Der Sport sollte ein Ort des Spiels, Lernens und Miteinanders sein – ohne Angst.

Dein nächster Schritt

Informiere dich über die Materialien, Schulungsangebote und Ansprechpartner:innen des LSB Bremen. Melde dich bei Fragen oder Unsicherheiten – du bist nicht allein.

Fünf Fußballspielerinnen in orangefarbenen Anstecknadeln feiern auf einem Feld; eine von ihnen hält einen Fußball in die Höhe, während die anderen lächeln und sie anschauen.

Anlaufstellen & erste Schritte

Logo des Landessportbundes Bremen mit der Aufschrift "Sport vereint!" und einer roten geschwungenen Linie darunter.

LSB-Anlaufstelle

Fachliche Erstberatung, Begleitung im Verdachtsfall und Unterstützung bei der Entwicklung von Schutzkonzepten.

Safe Sport

Safe Sport – Unabhängige Ansprechstelle für Betroffene sexualisierter, psychischer und physischer Gewalt im Sport

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch

Wissen schützt – Schulungen & Qualifizierung

Aufklärung schafft Sicherheit. In den Schulungen des LSB Bremen lernen Trainer:innen, wie sie Täter:innenstrategien erkennen, richtig reagieren und Schutzkonzepte umsetzen.

Themen der Schulungen:

  • Erkennen von Grenzverletzungen und Täter:innenstrategien

  • Handlungssicherheit bei Verdachtsfällen
  • Gesprächsführung mit Betroffenen
  • Entwicklung vereinseigener Schutzkonzepte

Fragen, Unsicherheiten oder akuter Handlungsbedarf?

Der Landessportbund Bremen steht mit Fachberatung, Schulungsangeboten und Unterstützungsnetzwerken zur Seite.

Lisa Gleis mit glattem kastanienbraunem Haar und Pony, die einen schwarzen Blazer über einem weißen Hemd mit Kragen trägt, posiert vor einem hellvioletten Hintergrund.

Lisa Gleis

Fachkraft mit dem Schwerpunkt „Prävention vor sexualisierter Gewalt“

Telefon: 0421 792 87 21
E-Mail: l.gleis@lsb-bremen.de