
Die Wahl eines neuen Hauptausschusses, die Wahl eines neuen Vizepräsidenten für Sportentwicklung und Infrastruktur und ein Vortrag zum Thema Ehrenamt standen im Mittelpunkt des ordentlichen Landessporttages im gut gefüllten Festsaal der Bremischen Bürgerschaft. Nachdem Helke Behrendt – langjährige LSB-Vizepräsidentin für Sportentwicklung und Infrastruktur – bereits im Vorfeld des Landessporttages ihren Rücktritt angekündigt hatte und für ihr Engagement mit Standing Ovations gewürdigt wurde, tritt Nils Ruttmann ab sofort ihre Nachfolge an. Der neue LSB-Vizepräsident für Sportentwicklung und Infrastruktur wurde von den 252 Delegierten wie erwartet zu Behrendts Nachfolger gewählt. Ruttmann ist Vorsitzender des Eisbären e.V., der Nachwuchssparte der Basketballer von den Eisbären Bremerhaven und hat dort bis zum Frühjahr 2024 das Amt des Geschäftsführers bekleidet.
Während sich seine scheidende Vorgängerin mit emotionalen Worten für die hervorragende Zusammenarbeit in den verschiedenen LSB-Gremien und insbesondere im LSB-Präsidium bedankte, kündigte der neue LSB-Vizepräsident an, alles dafür zu tun, um in die großen Fußstapfen zu treten, die Helke Behrendt hinterlasse. „Ich möchte meine Kernkompetenzen in die Bereiche Sportentwicklung und Infrastruktur einbringen und habe das Gefühl, dass ich in ein Team komme, was zusammen etwas für den Sport bewegen möchte und ohne Grabenkämpfe strukturiert nach vorne arbeitet. Das kommt mir sehr entgegen“, freut sich Ruttmann auf die Zusammenarbeit mit seinen Präsidiumskolleginnen und Kollegen.
„Habe den Eindruck, dass unsere Sorgen und Nöte ernst genommen werden“
Eröffnet wurde der Landesssporttag von LSB-Präsidentin Eva Quante-Brandt, die sich bei den Vereinen und Verbänden dafür bedankte, dass es im vergangenen Jahr gelungen sei, über 8000 neue Mitglieder für den Sport im Land Bremen zu gewinnen. „Ihr alle habt großartige Arbeit geleistet. Die Sportvereine haben ihre Mitglieder mit kreativen Angeboten und neuen Ideen trotz aller Widrigkeiten – insbesondere während der Corona-Zeit – halten können und mittlerweile sogar neue hinzugewonnen“, freute sich Quante-Brandt. Das sei auch ein Verdienst der Bremer Politik, die entsprechende Mittel bereit gestellt habe, um die schwierige Zeit zu überbrücken. Generell habe Sie den Eindruck, „dass unsere Sorgen und Nöte ernst genommen werden“, sagte die LSB-Präsidentin mit Blick auf die Grußworte aus der Bremer und Bremerhavener Lokalpolitik. Quante-Brandt kündigte an, dass man sich bereits in der kommenden Woche mit dem Sportstaatsrat und der Deputation für Sport über die Förderung von olympischen und nicht-olympischen Sportarten austauschen wolle.
Mäurer bremst die Erwartungen
Sportstadtrat Ralf Holz aus Bremerhaven überbrachte beim Landessporttag ebenso wie Sportsenator Ulrich Mäurer und Sahhanim Görgü-Philipp Grüße an das „Parlament des Bremer Sports“. Mäurer lobte die freundschaftliche und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landessportbund und dankte den anwesenden Delegierten in seiner Rede stellvertretend für alle im Sport engagierten Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz. „Ohne Sie wäre das alles nicht möglich“, so Mäurer. Der Senator machte deutlich, dass es angesichts der Herausforderungen noch einiges zu tun gebe. Gleichwohl könne er angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage auf Länder- und Bundesebene nicht die Hoffnung verbreiten, dass im Sport in Zukunft „Milch und Honig fließen werden.“
Vortrag zum Thema ehrenamtliches Engagement
Auf reges Interesse bei den Delegierten stieß der Vortrag von Jan Holze, Vorstand der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Holze informierte ausführlich über die großen Herausforderungen für ehrenamtliches Engagement (im Sport) – dazu zählen die finanzielle Förderung, die Gewinnung von Nachwuchs, die Anerkennung und Wertschätzung und die Entlastung von Bürokratie – und machte deutlich, dass sich viele Menschen grundsätzlich engagieren wollten. Die Bereitschaft für die Übernahme von verantwortlichen Führungs- und Vorstandspositionen sei allerdings rückläufig. Ein großes Problem sei nach wie vor die Bürokratie, so Holze. So müsse ein durchschnittlicher Sportverein allein 42 Tage pro Jahr dafür aufwenden, um Steuererklärungen und andere bürokratische Dinge abzuarbeiten. Oftmals auf rein ehrenamtlicher Basis.
LSB-Ehrennadeln verliehen
Traditionell standen zu Beginn des Landessporttages zahlreiche Ehrungen auf der Tagesordnung. Die Goldene LSB-Ehrennadel erhielten Hans Claussen, Ingrid Linné, Helmut Strebe, Roswitha Wahl, Renate Recknagel, Jens Ennen, Ralph Haberland, Bernd Giesecke und Karina Koopmann. Die Silberne LSB-Ehrennadel wurde an Björn Jeschke, Susanne Albers, York Golinski, Markus Lahmann, Jörn Rehfeld, Daniel Schlüter, Fred Siegert, Andrea Singhal und Werner Stengel verliehen.
Offiziell verabschiedet wurde neben Helke Behrendt, die nach ihrem Rücktritt als Vizepräsidentin künftig im neu gewählten Hauptausschuss des Landessportbundes vertreten sein wird, auch Bernd Giesecke. Der langjährige Vorsitzende der Bremer Sportjugend (BSJ) war im Rahmen der jüngsten BSJ-Hauptversammlung zurückgetreten. Zu Gieseckes Nachfolger wurde Saleem Sadiq bestimmt, dessen Wahl von den Delegierten des Landessporttages mit großer Mehrheit bestätigt wurde.
LSB steht finanziell gut da – neue Homepage in Planung
Parallel zu den Wahlen des Hauptausschusses – dem höchsten LSB-Organ zwischen den Landessporttagen – verabschiedete der Landessporttag auch verschiedene Satzungsänderungen und den Wirtschaftsplan für das Jahr 2025. Das neu eingeführte digitale Wahlsystem hat sich dabei bei allen Abstimmungen bestens bewährt. In Sachen Finanzen überbrachte der zuständige LSB-Vizepräsident Andreas Schnabel frohe Kunde. So sei für den Jahresabschluss 2024 – anders als ursprünglich geplant – ein leicht positives Ergebnis zu erwarten. Gleichwohl müsse der LSB aus verschiedenen Gründen auch für 2025 zunächst mit einem kleinen Minus planen. Der beim LSB für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing verantwortliche Vizepräsident Jens Steinmann kündigte für das kommende Jahr eine neue Homepage des Landessportbundes an. Um den Servicecharakter für die Mitgliedsorganisationen zu erhöhen, sollen die Webseiten des LSB, der Bremer Sportjugend und des LSB-Bildungswerks künftig auf einer Plattform vereint werden.




