Die Gesellschaftstrends von morgen schon heute im Blick haben: Das wollten knapp 130 Engagierte aus den Nordländern Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Ein Mann und eine Frau stehen auf der Bühne und wenden sich an ein Publikum in einem Konferenzraum, während hinter ihnen eine Präsentationsfolie mit dem Titel "Begrüßung" angezeigt wird.

Sie kamen erstmalig am Samstag, den 17. Mai, in Hannover zur Tagung “Mein Verein in Zukunft” zusammen, um sich über Zukunftsfähigkeit, Transformationsprozesse und Diversität im organisierten Sport auszutauschen.

Das Pilotprojekt war sowohl Zukunftstagung als auch Auftakt einer fünfteiligen digitalen Bildungsreihe der Nordländer des Programms „Integration durch Sport“ (IdS). Geladen waren vor allem Engagierte aus den fünf Nordländern des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ sowie einige hauptberufliche Vertretende anderer Bundesländer und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Aus dem Landessportbund Bremen waren unter anderem die IdS-Stützpunkte TuS Huchting, 1. Basketball Club Bremerhaven, Reitclub Bremerhaven, Casa Cultural sowie der Segelverein der Universität Bremen vor Ort. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch den Sonderfonds „Integration durch Sport“.

Sport als Spiegel der Gesellschaft – und der Zukunft

Nach einem digitalen Grußwort von Marco Lutz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes Niedersachsen, eröffnete Zukunfts- und Trendforscherin Anja Kirig das Programm mit einer Keynote zum Thema „Diversität im Sport – Chancen und Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit des Sports“. Sie beleuchtete aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, die den Sport und insbesondere Sportvereine maßgeblich beeinflussen, aber auch die Handlungsmöglichkeiten, über die Sportvereine als Teil der Zivilgesellschaft, in diese hineinwirken können: „Der Verein oder auch Verband ist ein Ort, der immer diverser wird – und damit auch ein Symbol menschenfreundlicher und werteorientierter Zukunft sein kann.“ Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, „müssen die Engagierten im Blick behalten, dass unsere Gesellschaft immer individualisierter wird,“ so Kirig.

Das Ziel: Sichere (Sport-)Räume für alle schaffen

Wie so oft kann eine Entwicklung beides sein: Chance und Herausforderung zugleich. „Die Individualisierung lädt dazu ein, sein Leben wesentlich freier zu gestalten als früher – und damit wachsen natürlich auch die Ansprüche an die Sportvereine.“ Hinzu kommt, dass der Trend der Digitalisierung Menschen viele Möglichkeiten biete, im informellen Rahmen Sport zu machen und sich schneller miteinander zu vernetzen. Daher sei es für den Sport essenziell „sichere Räume zu schaffen, in der sich alle Menschen willkommen fühlen,“ so die Frankfurterin.

Doch wie können Vereine alle Vielfaltsdimensionen wie die sexuelle Orientierung, soziale Herkunft, Alter, körperliche und geistige Fähigkeiten im Blick behalten – und für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen, die niemanden ausschließen? Durch Fördermittel, Sensibilisierung und fachkundigen Input – um zwei der drei Punkte anzugehen, folgte eine intensive Workshop-Phase. Mögliche Workshops waren unter anderem „Queere Basics für eine bunte Sportwelt“, „Sport und ältere Menschen“ oder „Parteipolitische Neutralität im Sportverein“.

Auch Peer-Learning und Vernetzung wurde im Rahmen des Kick-Offs großgeschrieben: Zum Abschluss der Veranstaltung bot eine Netzwerkchallenge noch die Möglichkeit, sich über Bundesländer hinweg auszutauschen.

Das Gesamtfazit der Teilnehmenden war positiv. „Die Veranstaltung hat mir viel Kraft und Motivation gegeben. Ich gehe mit frischer Motivation und neuen Ideen nach Hause“, fasste Anastasia Mazur vom Elmshorner Männerturnverein (EMTV) stellvertretend für viele begeisterte Stimmen zusammen.

Anfang und Auftakt für Online-Bildungsreihe

Gut zu wissen: Weitere praxisnahe Impulse und Handlungsmöglichkeiten für eine integrative und ausgrenzungsarme Zukunft bietet die kostenlose Online-Bildungsreihe, die sich der Präsenzveranstaltung anschließt.

Los geht’s bereits am 25. Juni mit dem Titel: „Mein Verein in Zukunft: Für Diversität und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit Migrationsgeschichte“. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich fortzubilden, einzubringen, zu vernetzen und die Zukunft weiter mitzugestalten.

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