
Mit einer feierlichen Galaveranstaltung im GOP Varieté-Theater hat das Bundesland Bremen seine besten Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2025 geehrt. Bei der Sportgala sind die Fußballerinnen des SV Werder Bremen zur Mannschaft des Jahres gekürt worden. Behindertensportler des Jahres wurde Para-Eishockeyspieler Bas Disveld, der aktuell für das deutsche Team bei den Paralympics in Mailand im Einsatz ist und per Videoübertragung live ins GOP Theater zugeschaltet war. Die weiteren Einzeltitel gingen an Turnerin Karina Schönmaier bei den Frauen und Triathlet Niklas Dellke bei den Männern.
„Irgendwie unwirklich hier zu stehen“
Der sichtlich überraschte Dellke konnte sein Glück kaum fassen: „Triathlon ist immer noch ein Hobby für mich, das ein wenig ausgeartet ist. Hier auf der Bühne zu stehen und Sportgrößen wie Lennard Kämna oder Florian Wellbrock als Bremer Sportler des Jahres zu beerben, ist ein tolles Gefühl, aber irgendwie auch unwirklich“, so Dellke. Karina Schönmaier kam gerade erst von einem internationalen Wettkampf zurück nach Bremen. „Gestern war ich noch in Kanada und jetzt stehe ich hier mit so einem tollen Preis. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte die zweifache Turn-Europameisterin und erklärte mit Blick auf ihren Wechsel an den Förderstützpunkt Chemnitz: „Ich bin sehr stolz, dass ich es geschafft habe, diesen Schritt zu wagen.“ Gleichwohl betonte Sie ihren weiterhin starken Bezug zu ihrer Heimatstadt Bremen und lobte ausdrücklich ihre Zeit an der Sportbetonten Schule Ronzelenstraße.
Marie-Claire Haag ist Trainerin des Jahres – Nachwuchsförderpreise verliehen
Vor der mit Spannung erwarteten Verkündung der Einzel- und Mannschaftstitel wurden auch die bereits bekannten Gewinnerinnen und Gewinner in den Kategorien Nachwuchsförderpreis Mannschaft, Nachwuchsförderpreis Individual und Trainer:in des Jahres geehrt. Trainerin des Jahres ist Marie-Claire Haag, die seit 2017 als Landestrainerin beim Bremer Triathlon-Verband arbeitet. Haag fördert mit großem Engagement seit mehr als 20 Jahren Kinder und Jugendliche in den Triathlon-Disziplinen Laufen, Schwimmen und Radfahren und hat bereits viele Nachwuchtstalente in die Erfolgsspur geführt. Die Landestrainerin ließ sich aus dem Trainingslager in Lanzarote zuschalten und sagte: „Ich freue mich sehr über die Anerkennung für das, was man tut.“
Der Nachwuchsförderpreis im Bereich Mannschaft ging an die jungen Sportlerinnen vom Bundesstützpunkt Rhythmische Sportgymnastik, die zur bundesweiten Spitze gehören und im vergangenen Jahr auch international für Furore sorgten. Die Gymnastinnen von Bremen 1860 vertraten Deutschland als Junioren-Nationalteam unter anderem bei der WM in Bulgarien und landeten dort auf dem 8. Platz.
Der Nachwuchsförderpreis Individual ging an Karateka Andrew Lück von der Karate-Schule Nippon aus Bremerhaven. Mit 17 Jahren krönte er sich im April 2025 in Frankfurt in der Leistungsklasse zum Deutschen Meister. Im September gewann Lück auch in der Altersklasse U21 die Deutsche Meisterschaft. „Ich habe überhaupt nicht mit der Auszeichnung gerechnet und bin völlig überrascht“, sagte der 18-Jährige.
Neuer Vorstand der Sportstiftung Bremen wirbt für Spenden
Die Sportgala Bremen ist eine Benefizveranstaltung, die alljährlich Spenden für den Nachwuchs-Leistungssport im Land Bremen akquiriert. Für die Verteilung der Mittel ist die Sportstiftung Bremen zuständig. Torben Möller bat zu Beginn der Gala für die Unterstützung der Athletinnen und Athleten: „Das ist ein sinnstiftendes Engagement“, sagte er. Seit Januar bildet Möller gemeinsam mit Julia Stavickaja und Ina Hunger den neuen Vorstand. Das Ziel der Sportstiftung bleibt unverändert: junge Bremer Talente fördern und finanziell unterstützen. Torben Möller warb deshalb von der Bühne aus für möglichst viele Spendengelder: „Ein großes Herz ist manchmal unweigerlich mit einem offenen Geldbeutel verbunden. Die Förderung der Jugendlichen und des Leistungssports ist ganz wichtig.“
Finanzsenator Björn Fecker sichert Unterstützung beim Thema Rennbahn zu
Bremens Finanzsenator Björn Fecker hat sich am Rande der Sportgala für eine sportliche Nutzung des ehemaligen Rennbahngeländes in der Bremer Vahr stark gemacht. „Die Diskussionen um das Gelände nehmen gerade wieder Fahrt auf. Alle Argumente sprechen dafür, dass Rennbahngelände neu für den Sport zu nutzen – inklusive einer mittelgroßen Sporthalle. Allerdings habe ich leider noch keinen entsprechenden Finanzierungsplan in der Tasche, da der Fokus momentan auf der Erneuerung der bereits vorhandenen Sportinfrastruktur liegt. Um die Rennbahnpläne für den Sport umzusetzen, stehe er aber gerne bereit, um gemeinsam „dicke Bretter zu bohren“, so Fecker.




