
Am 9. April 2026 kamen etwa 40 Personen für die Frauenvollversammlung des Landessportbundes Bremen im „Sportschnack“ zusammen. Im Mittelpunkt stand das Thema „Sichere Wege für Frauen“. Vertreter:innen und Interessierte aus Sport, Politik und Gesellschaft tauschten sich intensiv darüber aus, wie Sicherheit für Frauen im Sportumfeld weiter gestärkt werden kann.
Unsicher unterwegs zum Sport – und was sich bereits bewegt
LSB-Präsidentin Eva Quante-Brandt eröffnete die Veranstaltung. Anschließend führte die Vorsitzende des Ausschusses für Frauen und Gleichstellung, Ayten Kocaoğlu, durch den Abend und gab einen Einblick in die Arbeit des Ausschusses.
Im Fokus standen dabei unter anderem ein Leitfaden für gendergerechte Sprache, die stärkere Sichtbarkeit von Frauen in der Öffentlichkeit sowie der Antrag des Landesfrauenrats, der die Diskussion rund um das Thema „Sichere Wege“ maßgeblich angestoßen hat.
Im weiteren Verlauf wurde deutlich: Viele Frauen fühlen sich auf dem Weg zum oder vom Sport unsicher – sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf schlecht beleuchteten Wegen. Gleichzeitig wurden bereits vorhandene Maßnahmen wie Frauenparkplätze, Präventionsangebote oder eine verstärkte Polizeipräsenz eingeordnet und diskutiert.
Darüber hinaus rückte in den Fokus, wo noch mehr passieren muss: bessere Beleuchtung, gepflegte und einsehbare Wege, eine vereinfachte Anzeigenerstattung sowie gezielte Unterstützung für Vereine, damit sie Präventionsmaßnahmen überhaupt umsetzen und finanzieren können.
Prävention in der Praxis und neue digitale Ansätze
Ein konkretes Beispiel brachte Anne-Kathrin Laufmann vom SV Werder Bremen e. V. mit: die kostenfreie App „SafeNow“. Sie zeigt, wie digitale Lösungen im Ernstfall helfen können – im Weserstadion wird so innerhalb von zweieinhalb Minuten Unterstützung organisiert und das Sicherheitsgefühl deutlich gestärkt.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Tabea Becher, wurden unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht. LSB-Präsidentin Eva Quante-Brandt machte deutlich, wie wichtig stabile soziale Strukturen sind und dass Sportvereine bei diesem Thema noch stärker unterstützt werden müssen.
Pamela Koellner von der Polizei Bremerhaven sagte: „Angst bedeutet, ich bin vorsichtig.“ Gleichzeitig hob sie hervor, dass Zivilcourage ein wichtiger, oft unsichtbarer, aber sehr wirkungsvoller Faktor ist.
Monica Kotte, Präsidentin des Taekwondo Landesverbandes Bremen e. V., ergänzte: „Wichtig ist die Haltung, dass die Angst verschwindet.“
Offener Austausch und klare Aufgaben für die Zukunft
Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden intensiv die Möglichkeit zum Austausch und für Rückfragen. Dabei wurde deutlich: Es gibt bereits viele gute Ansätze, doch der Handlungsbedarf bleibt hoch.
Vor allem finanzielle Hürden für Sportvereine und die unterschiedliche Priorisierung des Themas wurden als zentrale Herausforderungen benannt.
Gemeinsam bleibt das Ziel klar: Sichere Wege für Frauen im Sport weiter verbessern und strukturell verankern. Der Ausschuss für Frauen und Gleichstellung bleibt dabei offen für Anregungen, Themen und Bedarfe aus den Sportvereinen.




