
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stellt sich mit der Zielstruktur „DOSB-Ziele 2035“ für die kommenden Jahre strategisch neu auf. Die 190 Delegierten, die 509 Stimmen auf sich vereinigten, beschlossen auf der 22. Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Frankfurt am Main einstimmig den nächsten Schritt in der strategischen Weiterentwicklung des organisierten Sports.
Dieser war notwendig geworden, weil im Zuge der Überprüfung und Reflexion der Strategie 2028 erkannt wurde, dass es an klaren, messbaren Zielen fehlte, um die tatsächliche Wirksamkeit des DOSB und seiner Mitgliedsorganisationen transparent zu erfassen. Die neue Zielstruktur greift diese Lücke auf und schafft mit sechs kompakten, quantifizierten Zielen eine Grundlage für evidenzbasierte Steuerung und nachvollziehbare Fortschrittsmessung. Zugleich bleibt das Leitbild des DOSB unverändert bestehen.
„Mit der Einführung dieser Zielstruktur bekräftigt der DOSB seine gesellschaftliche Legitimation als zentrale Stimme des Sports in Deutschland. Durch die Verbindung von Ambition, Messbarkeit und gemeinsamer Verantwortung wird die Grundlage gelegt, um den Sport bis 2035 noch wirksamer, relevanter und zukunftsfähiger zu gestalten“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert.
Weikert forderte die Politik zu gemeinschaftlichem Handeln auf. „Sie wollen mit ungeteilter Kraft etwas für den Sport bewegen. Aber bitte tun Sie es mit dem Sport und nicht ohne ihn, und bitte nie gegen ihn. Nutzen Sie gemeinsam mit uns die Kraft des Sports, denn nur gemeinsam können wir die großen Herausforderungen meistern, die anstehen“, sagte er.
Von 2027 an können die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des DOSB-Präsidiums eine Aufwandsentschädigung erhalten. Die Mitgliederversammlung beschloss mit 90,14 Prozent Zustimmung, dass der*die Präsident*in mit 2000 Euro und die weiteren Präsidiumsmitglieder mit 1000 Euro im Monat vergütet werden können. Zudem wurde ein neues Berechnungsmodell für die Olympiastützpunkte (OSP) beschlossen, dass das seit 2013 gültige, inzwischen veraltete DOSB-Berechnungsmodell ablöst. Es ermittelt den Finanzierungsbedarf der sportfachlich als erforderlich anerkannten Leistungen der OSP. Auch eine Ausbildungsreform des DOSB-Lizenzsystems wurde beschlossen.
Kritik von den Landessportbünden
Kritisch sieht der Landessportbund Bremen die Änderung, dass zukünftig alle Delegiertenstimmen bei der DOSB-Mitgliederversammlung auf eine Person gebündelt werden können. Das ist zwar unter Kosten- und Effizienzgesichtspunkten grundsätzlich zu begrüßen, allerdings hebelt diese Möglichkeit die vorhandene Quotenregelung zur gleichberechtigteren Teilhabe von Frauen aus. Hier hätte nach Ansicht des LSB Bremen und anderer Landessportbünde eine ergänzende Regelung zur Einhaltung der Quote eingeführt werden müssen.
Nicht stattgegeben wurde auch dem Antrag der Landessportbünde auf eine neue Zusammensetzung des Präsidiums. Deren Ansinnen war, die Zahl der Vizepräsident*innen von fünf auf vier zu reduzieren, von denen je einer aus den olympischen und nicht-olympischen Fachverbänden, den Verbänden mit besonderen Aufgaben und den LSB entsendet anstatt gewählt werden sollte, um die gleichwertige Mitwirkung und Vertretung der Verbändesäulen zu gewährleisten. Die für eine Satzungsänderung notwendige Dreiviertelmehrheit wurde mit 39,74 Prozent Zustimmung deutlich verpasst. Zudem zählt der DOSB vom 1. Januar 2026 an 103 Mitgliedsorganisationen. Der Deutsche Fallschirmsport Verband (DFV) wurde mit 95,34 Prozent Zustimmung als neues Mitglied aufgenommen.
Die nächste und damit 23. Mitgliederversammlung des DOSB ist die außerordentliche MV am 26. September 2026 in Baden-Baden, auf der über den nationalen Bewerber um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele abgestimmt werden soll.




