Mit einer feierlichen Galaveranstaltung vor über 400 Zuschauern im GOP Varieté-Theater hat das Bundesland Bremen seine besten Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2024 geehrt. Bei der Gala, die von der Sportstiftung Bremen und dem Landessportbund Bremen initiiert wird, sind die Eishockey-Überflieger der Fischtown Pinguins erneut als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet worden. Die Einzeltitel gingen an Rollkunstläuferin Palmira Seeger-Suarez und Radsportler Niklas Behrens. Zur Behindertensportlerin des Jahres 2024 wurde Rollstuhlrugby-Nationalspielerin Mascha Mosel gekürt.

Eine Gruppe von Personen steht auf der Bühne und hält Preise bei der Sportgala Bremen 2025 in der Hand, hinter ihnen ein großes Veranstaltungsbanner.

„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für mich. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet und bin sehr dankbar und stolz“, sagte die sichtlich gerührte Mascha Mosel bei ihrer Auszeichnung. Ans Herz gingen den Gästen im GOP insbesondere die aktuellen Probleme der frischgebackenen Bremer Behindertensportlerin, die ihren Lieblingssport mangels Mobilität vielleicht sogar aufgeben muss. Der 21-jährigen Studentin fehlt das Geld, um sich ein behindertengerechtes Auto anzuschaffen, mit dem sie zum Training fahren kann. Unter den Gala-Gästen fanden sich jedoch noch während der Veranstaltung erste Spender, die Mosel finanziell unterstützen wollen. Mittlerweile ist soviel Geld zusammengekommen, dass die Behindertensportlerin des Jahres ihr umgebautes Fahrzeug schon bald in Empfang nehmen kann.

Seeger-Suarez schafft Spagat zwischen Leistungssport und Studium

Vier Personen stehen während einer Preisverleihung auf der Bühne. Auf einer großen Leinwand hinter ihnen steht "Sportlerin des Jahres 2024 Palmira Seeger-Suárez Werder Bremen.".

Auch Rollkunstläuferin Palmira Seeger-Suarez hatte im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass sie Sportlerin des Jahres werden würde. Dafür freute sie sich umso mehr über ihre Auszeichnung: „Ich bin sehr dankbar für den Preis und überglücklich.“ Seeger-Suarez ist mehrfache deutsche Meisterin, Weltmeisterin 2019 und Vize-Europameisterin. parallel zum Leistungssport studiert sie noch Medizin und befindet sich gerade in einem Praktikum. „Ich hätte nie gedacht, dass ich beides schaffe“, sagt sie. „Aber wenn man alles richtig organisiert und den Willen und das Selbstbewusstsein mitbringt, dann klappt das“, so die neue Sportlerin des Jahres.

Niklas Behrens genießt die große Bühne

Eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein bringt auch Radprofi Niklas Behrens mit, der im vergangenen Jahr sensationell U23-Straßenweltmeister wurde und aktuell verletzt ist. Für Behrens aber kein großes Problem: „Das Glück hat mich einmal verlassen und ich habe mit Tempo 60 den Asphalt geküsst. Ich bin nach meiner Schlüsselbein-OP aber schon wieder auf dem Rad und hoffe bald wieder Rennen fahren zu können“, sagte Behrens. Der 21-Jährige genoss seinen Auftritt bei der Sportgala sichtlich und ließ es sich nicht nehmen, seinen langjährigen Bremer Trainer Tim Konz kurzerhand mit auf die Bühne zu holen, um sich publikumswirksam zu bedanken. „Dass einen das eigene Bundesland so unterstützt, ist absolut mega.“

Fünf Personen stehen auf einer Bühne vor einer roten Leinwand mit der Aufschrift "Sportler des Jahres 2024 Niklas Behrens", zwei Männer halten Mikrofone.

Pinguins wiederholen ihren Erfolg vom Vorjahr

Eine Gruppe von Menschen steht auf der Bühne vor einer Leinwand mit der Aufschrift "Mannschaft des Jahres 2024 Fischtown Pinguins" bei einer Preisverleihung in einem Theater.

Für die neue und alte Mannschaft des Jahres bedanke sich zunächst Alfred Prey, langjähriger Manager der Fischtown Pinguins: „Wir sind sehr dankbar, dass wir diesen sportlichen Erfolg im vergangenen Jahr feiern durften.“ Dann richtete der neue Sportchef Sebastian Furchner Worte ans Publikum: „Uns ist wichtig, den anderen Sportlern unseren Respekt zu zollen. Wir sind stolz, ein Teil der Bremer Sportszene zu sein“, so Furchner.

Tolle Erfolge im Bereich Nachwuchs

Vor der mit Spannung erwarteten Verkündung der Einzel- und Mannschaftstitel wurden auch die bereits bekannten Gewinnerinnen und Gewinner in den Kategorien Nachwuchsförderpreis Mannschaft, Nachwuchsförderpreis Individual und Trainer des Jahres auf großer Bühne geehrt. Trainer des Jahres ist Cristian Tamas, Coach der Tischtennis-Cracks von Werder Bremen. Der 45 Jahre alte gebürtige Rumäne führte das Tischtennis-Team von Werder 2013 zum Deutschen-Meister-Titel und im vergangenen Jahr zum vierten Mal im Pokal ins Final-Four.

Der Nachwuchsförderpreis im Bereich Mannschaft ging in diesem Jahr an das erfolgreiche Tanzpaar Lukrecija Kuraite und Yigit Bayraktar vom Bremer Grün-Gold-Club. 2024 wurden die beiden Weltmeister im Latein, Vizeweltmeister im Standard und verteidigten ihren WM-Titel über die zehn Tänze. Der Nachwuchsförderpreis Individual wurde an Leichtathletin Sandy Sakyi von Werder Bremen vergeben. Die Hürdensprinterin wurde in der U18-Klasse Deutsche Meisterin und stellte mit 13,67 Sekunden den Bremer Jugendlandesrekord auf. Inzwischen tritt Sakyi bei der U20 an und holte bei der Deutschen Meisterschaft Platz drei.

Drei Personen stehen auf einer rot beleuchteten Bühne, hinter ihnen ist auf einer großen Leinwand "NACHWUCHSFÖRDERPREIS SANDY SAKYI SV WERDER BREMEN" zu sehen. Das Publikum sitzt an Tischen darunter.

Sonderpreis für Uta und Roberto Albanese vom Grün-Gold-Club

Fünf Personen stehen auf einer Bühne mit einem Podium und einer großen roten Leinwand mit der Aufschrift "SONDERPREIS UTA UND ROBERTO ALBANESE". Ein Publikum schaut von Tischen aus zu.

Ein Sonderpreis für soziales Engagement bekam das Trainerpaar Uta und Roberto Albanese überreicht. Seit mehr als 20 Jahren sind die beiden das Herz und die Seele vom Grün-Gold-Club, engagieren sich aber auch für soziale Projekte und nahmen unter anderem geflüchtete ukrainische Tänzer auf. Dass sie bei der Sportgala einen Ehrenpreis bekommen, damit hatten die Albaneses nicht gerechnet. „Diese Auszeichnung ist die schönste Überraschung, die wir bekommen konnten“, freute sich Uta Albanese. Ihr Mann Roberto fügte hinzu: „Wir versuchen, viele verschiedene Nationalitäten und Religionen miteinander zu verbinden. Das ist eine Lebensaufgabe.“

LSB-Vizepräsident Jens Steinmann spricht ernstes Thema an

Neben den zahlreichen Ehrungen wurde bei der Bremer Sportgala auch über sportpolitische Themen geredet. LSB-Vizepräsident Jens Steinmann nutzte die große Bühne im GOP Theater, um erneut auf das Thema „sexualisierte Gewalt im Sport“ aufmerksam zu machen. „Es ist notwendig, dass wir dieses Thema sichtbar machen. Wir sind dabei einen Leitfaden zu entwickeln, um insbesondere auch die kleineren Sportvereine mitzunehmen, die ausschließlich ehrenamtlich aufgestellt sind. Für diese Präventionsarbeit und Hilfestellung brauchen wir im Landessportbund dringend weiteres Personal“, so Steinmann. Lobende Worte fand der LSB-Vizepräsident für die Wiedereinführung des Sportstudiengangs an der Uni Bremen. „Es war aus meiner Sicht der größte Fehler, diesen Sportstudiengang überhaupt aufzugeben. Von der Wiederaufnahme wird der gesamte Bremer Sport profitieren“, glaubt Steinmann. Dies gelte auch für die Gewinnung von neuen Übungsleitenden, die in den Sportvereinen aufgrund des Mitgliederzuwachses dringend gebraucht würden.

Drei Personen stehen auf der Bühne der Sportgala Bremen, hinter ihnen ein großer roter Bildschirm, auf dem der Name der Veranstaltung angezeigt wird, und darunter sitzende Zuschauer.

Positive Bilanz der Sportstiftung

Peter Gagelmann, Vorsitzender der Sportstiftung Bremen, blickte zu Beginn der Sportgala positiv auf das Sportjahr 2024 zurück. „Wir haben im vergangenen Jahr über 35.000 Euro für den Nachwuchsleistungssport ausschütten können. Es ist toll, dass wir so viele talentierte Sportlerinnen und Sportler haben. Die Liste der jungen Leute, die zur Auswahl standen, war so lang wie nie“, freute der Gagelmann. Zudem lobte der er die sportbetonte Schule Ronzelenstraße, die auf einem guten Weg zur Eliteschule des Sports sei. Gleichwohl behalte die Sportstiftung ihre Idee von einem Haus der Athleten weiterhin im Blick. „Denn wir brauchen eine gute Infrastruktur für den Sport“, so der Vorsitzende der Sportstiftung.

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